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Deutschlandcup


Zur letzten Antwort

Von: jörg waterkamp
Datum: 14.10.03

Bei der Jahreshauptversammlung wurde kontovers über den Deutschlandcup
diskutiert. Ich möchte hier jetzt aufrufen, die Diskussionsbasis noch zu
verbreitern.
Hat sich diese Veranstaltung überhaupt etabliert ? Welchen Sinn hat sie gehabt
und ist die Umsetzung gelungen ? Brauchen wir sie noch in der Zukunft ?
Kann damit Regionalförderung durch die AS 470 gemacht werden ?
Soll der Sieger einen Startplatz im WM/EM-Aufgebot automatisch erhalten ? und,
und...
Der neue Sportwart wäre froh, wenn möglichst viele Reaktionen kommen, hier im
Forum oder auch über die e-mail
Jörg Waterkamp


Antwort #1
Von: Kristof
Datum: 14.10.03

Ich glaube, wir brauchen keinen D-Cup mehr.


Antwort #2
Von: Helge
Datum: 14.10.03

Warum?


Antwort #3
Von: Markus Raulf
Datum: 14.10.03

Hallo,

so wie ich das damals verstanden habe sollte der Deutschlandcup die Möglichkeit
für Umsteiger/Einsteiger sein, gegen die deutschen Spitzensegler segeln zu
können. Daher wurden sehr hohe Faktoren vergeben. Ob das Konzept funktioniert
hat kann ich nicht beurteilen, da ich nie gezielt an Deutschlandcupregatten
teilgenommen habe.
Vor dem Hintergrund gestiegener Reisekosten sowie immer knapper werdener
Freizeit ist das Konzept nach meiner Meinung für die breite Masse der
470er-Regattasegler nicht mehr attraktiv.


Antwort #4
Von: Kristof
Datum: 14.10.03

 (a) Helge:
1) Als Qualifikationsmethode (etwa für WM) hat der D-Cup m.W. nie getaugt.
2) Das Ziel, Spitzensegler und breite Masse zusammenzuführen, hat höchstens nur
in den ersten Jahren funktioniert, jetzt nicht mehr.
3) Die künstliche "Überbewertung" von 6 Regatten führt zu einer Verzerrung der
Faktoren, die Qualität einer Veranstaltung und das Niveau des Feldes sollte
einen hohen Faktor nach sich ziehen (statt umgekehrt).
4) Die Vergabe eines D-Cups war eigentlich an hohe Anforderungen an die
Veranstalter geknüpft. Das führt zu Enttäuschungen bei den veranstaltern, wenn
doch nur 12 Boote kommen.
5) Das Ergebnis des D-Cups als Leistungsspiegel ist zweifelhaft. Der z.Zt.
Zweitplazierte hat nur an zwei von fünf möglichen Regatten teilgenommen.


Antwort #5
Von: Markus Meilchen
Datum: 15.10.03

Der D-Cup hatte zwei Ziele:
1.) Er sollte Neuein-/Umsteigern eine schnelle Qualifikationsmethode für WM/EM
bieten.
2.) Er sollte dem Breitensportsegler die Möglichkeit bieten, gemeinsam mit
Spitzenseglern zu segeln.

Ob Punkt 1.) jemals in Anspruch genommen wurde, ist mir nicht bekannt. Punkt 2.)
hat zumindest in den Anfangsjahren funktioniert. Heute funktioniert dies nicht
mehr, weil die Spitzensegler wegen gestiegenen Trainingsaufwands am D-Cup nicht
mehr teilnehmen und weil es in unserer Klasse das "engagierte Mittelfeld", das
damals die D-Cup-Felder auffüllte, fast nicht mehr gibt.

Ich persönlich zähle mich als "Weekend Warrior" zur Gruppe der engagierten
Breitensportler und habe es immer genossen am D-Cup teilzunehmen und meinen
Leistungsstand mit den Spitzenseglern zu vergleichen. Daher fände ich es schade,
wenn er abgeschafft würde. Der D-Cup macht aber nur Sinn, wenn wieder mehr
Spitzensegler daran teilnehmen. Das Fehlen der Breitensportler ist beim D-Cup
eher zu tolerieren (wenn aucu schmerzlich) als das Fehlen der Spitzensegler.
Meiner Meinung nach müssten daher die Spitzensegler klar Stellung beziehen, ob
sie den D-Cup in Zukunft noch wollen (z.B. in diesem Forum). Falls nicht,
sollte man ihn abschaffen, falls doch sollte man folgendes tun:

1.) Die Anzahl der D-Cup-Regatten sollte reduziert werden (max. 3 - 4 pro
Saison)

2.) Die Spitzenteams (bzw. ihre Trainer) setzen sich vor der
Regattaterminplanung der KV zusammen. Sie sprechen anhand ihrer Terminplanung
einheitlich ab, welche 3-4 Events in der kommenden Saison D-Cup werden sollen
und stellen sicher, dann daran auch teilzunehmen. Zu diesen Events können dabei
durchaus solche zählen, zu denen ohnehin viele Spitzensegler kommen (z.B.
Pfingstbusch, IDM etc.)

3.) Grundsätzlich sollte der D-Cup nur an solchen Revieren und von solchen
Veranstaltern ausgetragen werden, die seiner Bedeutung auch gerecht werden
können. (genügend großes und windsicheres Revier und professionelle
Wettfahrtleitung).

4.) Wenn wieder mehr Spitzensegler zum D-Cup kommen, sind die hohen Faktoren
auch wieder berechtigt und das Verzerrungsproblem in der Rangliste durch den
D-Cup erledigt sich von selbst. Falls dennoch Spitzensegler einer D-Cup-Regatta
fernbleiben, sollte man vorsehen, dann vor Ort nachträglich anhand einer noch zu
bestimmenden Regelung den Faktor zu senken (z.B. wenn x Segler von den ersten 15
der Rangliste fehlen, wird der Faktor nachträglich um y Prozentpunkte gesenkt).

Fazit: Als Befürworter des D-Cups würde ich es begrüßen, wenn der D-Cup in der
kommenden Saison in reformierter Form (wie auch immer die Reform aussehen mag)
noch eine Chance bekommen würde. Voraussetzung hierbei allerdings ist, dass die
Spitzensegler hinter dem D-Cup stehen und vermehrt an ihm teilnehmen. Ist dies
nicht gegeben, sollte man ihn abschaffen, und sollte die kommende Saison trotz
der Reformen keine Verbesserung bringen, sollte man ihn spätestens dann
abschaffen.


Antwort #6
Von: Helge
Datum: 15.10.03

Ich bin ein wenig überrascht über Euer Eintreten für eine Abschaffung in
Anbetracht dessen, was übrig bleibt, nämlich
1.) Regatten auf internationalem Niveau, die nur noch für eine Handvoll
semiprofessioneller Segler Sinn und Spaß machen und
2.) Regionalregatten, die in Abhängigkeit von Kinderbetreuung und Freibier mehr
oder weniger gut frequentiert werden. Womit ich ausdrücklich nichts gegen
Kinderbetreuung und Freibier sagen will (ganz im Gegenteil)!
Für die seltene Spezies des "engagierten Mittelfeldes" fiele damit die (sowieso
schon seltene) Möglichkeit weg, auf einem interessanten Revier in einem größeren
Feld gegen mehrere Leute von ähnlichem Leistungsstand zu segeln, und zwar ohne
1.) sich völlig zu frustrieren oder 2.) sich beim Segeln schon aufs Freibier
freuen zu müssen. Übrigens zähle ich zum "engagierten Mittelfeld" auch genau die
jungen Ambitionierten, die noch nicht so weit sind, sich international messen zu
können.
Mag sein, dass das Konstrukt D-Cup in seiner Auswirkung auf die Rangliste und
das eigene Ranking verzerrend wirkt. Tatsache ist aber, dass die Mehrzahl aller
D-Cups, die ich bisher gesegelt bin, schlicht Spaß gemacht hat, aus den oben
genannten Gründen. Und damit ist diese Art Rennen (egal, unter welchem Namen es
firmiert) in meinen Augen eine Bereicherung unseres Regattakalenders.


Antwort #7
Von: Kristof Doffing
Datum: 15.10.03

Was für ein Helge bist du denn ? Der, den ich kenne ?


Ich bin übrigens auch für nationale Regatten auf hohem Niveau.


Antwort #8
Von: Helge Weiler
Datum: 15.10.03

Meinst du den?


Antwort #9
Von: Kristof Doffing
Datum: 15.10.03

Jajaja. Den meine ich!

Also: Ich bin ganz entschieden für hohes Niveau auf nationalen Regatten, ich bin
ja auch für die ursprüngliche Idee des D-Cups. Aber es tut's ja wohl nicht so
recht.


Antwort #10
Von: Markus Meilchen
Datum: 16.10.03

 (a) Helge:

Ich will den D-Cup ja nicht abschaffen, ich bin ein ausdrücklicher Befürworter
von ihm (siehe oben). Aber wenn der D-Cup eben ganau das, was dir an ihm Spass
bereitet, nämlich in einem hochklassigen Feld zu segeln , nicht mehr hergibt,
weil kein hochklassiges Feld mehr zustande kommt, dann macht er keinen Sinn
mehr. Dann müssen wir uns mit Pfingstbusch, KiWo, Warnemünder Woche und IDM
zufrieden geben und die weiten Anfahrtswege dorthin (für uns Süddeutsche) in
Kauf nehmen.


Antwort #11
Von: Helge
Datum: 17.10.03

Irgendwie hab ich den Eindruck, als wär das Thema 98% der Aktiven ziemlich
schnurz ... ??


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