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Mast mit innengeführten Fallen


Zur letzten Antwort

Von: Gerhard Bosch
Datum: 10.05.02

Ich habe vor kurzem eine uralt 470er in sehr gutem Zustand bekommen. Ein paar
Kleinigkeiten müssen jedoch gemacht werden, insbesondere da der Vorbesitzer
einige Änderungen durchgeführt hat (leider gestorben, kann ihn daher nicht mehr
fragen). Meine Probleme:
1. Der Mast ist von Elvström Masts France und hat innengefühte Fallen. Diese
Führung wurde wohl geändert und funktioniert auch nicht richtig (Großsegel läßt
sich nicht ganz setzen). Wie sieht diese Führung richtig aus? Ich habe am
Masttop und in Höhe der Salings eine bzw. zwei Rollen, über die die Fallen nach
innen geführt werden können (Groß, Spi und Fock) Unten am Mast ist jedoch nur
eine Durchführung und eine Rolle, d.h. nur für zwei Fallen !??? Außerdem kann
ich mit einer Reihe von Haken am unteren Teil des Mastes nichts anfangen. Falls
mir jemand weiterhelfen könnte, kann ich ein paar Fotos der fraglichen Teile
machen und zumailen.
2. Wie sieht der Mastfuß wirklich aus? Ich habe nur ein kleines U-Profil aus
Niroblech in der Breite des Mastes mit einer quer durchgehenden Schraube, in die
die Nut des Mastes eingreift; kann wohl kaum original sein. Das Boot ist
übrigens von Dehler. Bj ca. 1972


Antwort #1
Von: Stephan
Datum: 10.05.02

Hallo Gerhard,

Die Rolle am Masttop und die Hakenleiste/Rolle am Mastfuß sind wahrscheinlich
für das Großsegel.
In der Höhe der Salinge ist meistens der Topnant angebracht. Wenn an dem Mast
innenlaufende Fallen vorgesehen sind, müssten in der Höhe des Vorstags noch je
eine Rolle für Spi und Fock vorhanden sein.
Häufige kommt das Groß und Fockfall in der Höhe der Mastducht aus dem Mast bzw
das wahlweise auch unten am Mastfuß. Der Topnant und das Spifall entweder auch
am Mastfuß oder es gibt ein Loch an der Seite vom Mast. Kannst mir gerne noch
Fotos wegen deinem Mastfuß schicken, da kann ich mir nichts drunter vorstellen.


Antwort #2
Von: Dirk
Datum: 10.05.02

Hi Gerhard,
war das ´ne Jux-Frage ?
Falls nicht:
Groß- und Fockfall laufen (ganz) innen, unten wird dann das Großfall (bei
gesetzten Segel) mit der Drahtschlaufe an den Harkenleisten festgesetzt. Also
oben durch die Rolle und dann gleich (!) innen den Mast runter. Für das Fockfall
gibt es normalerweise einen Bierkasten (Talienkasten), damit Du ordentlich
Spannung auf das Fockvorliek kriegst (wichtig!), das Vorstag (falls Du eins
hast) baumelt dann lose rum.Die Rolle in Höhe der Saling ist für den Topnannten
("Spibaum-Hochhalter").
Das mit dem U-Profil hat so schon seine Richtigkeit und ist so im Orginal
vorgesehen, wie Du richtig geschrieben hast, die Auskerbung am Mastfuß auf die
Schraube setzen. Ansonsten hat Stefan schon alles richtig erfasst :-)
Sach´ma war das wirklich Ernst mit der Frage?
Grüße


Antwort #3
Von: Gerd
Datum: 10.05.02

Danke für die schnellen Antworten an Stephan und Dirk; nein, es ist keine
Juxfrage! Ich bin zwar vor Jahren (waren es 20 oder 25 ??) 'mal auf einer 470er
mitgesegelt, aber vom aufriggen habe ich bisher keine Ahnung, zumindest nicht
bei einer 470er. Da offensichtlich auch einiges falsch ist (Großfall ist an der
Spi-Rolle wieder nach außen geführt, Vorliek des Großsegels wird über den
"Bierkasten" gespannt), stehe ich so ziemlich auf dem Schlauch. Giebt es
vielleicht so etwas wie eine technische Anleitung, wo solche Fragen beantwortet
werden? Aus euren Antworten bekomme ich langsam ein Bild, aber es bleiben auch
noch Fragen, z.B. wo kommt das Spi-Fall wieder aus dem Mast heraus und wie wird
es belegt. Vielleicht habt ihr ja auch noch ein paar Tips, wo ich solche Fragen
nachlesen kann.
Vielen Dank nochmal
Gerd


Antwort #4
Von: Dirk
Datum: 11.05.02

Hi, ich nochmal,
Das Spifall, kommt hinten am Mast, kurz über dem Mastfuß raus und wird dann nach
hinten zum Schwertkasten geleitet und dort in einer Klemme belegt, muß so sein,
damit der Steuermann den Spi hochziehen kann. Der Bierkasten wir bei Dir
offensichtlich falsch verwendet, ist definitiv für die Fock vorgesehen. Wenn das
bei Dir wie bei meinem Schiff aussieht (habe auch ein älteres Boot mit
Elvström-Mast), dann müßte der Bierkasten hinten am Mast angebracht sein,
richtig? Etwas über dem Bierkasten müßte ein Loch im Mast sein, dort muß das
Fockfall rauskommen, damit es in den Bierkasten-Harken eingehängt werden kann.
Am besten Du schaust Dir mal in Ruhe einen Regatta-470er an.
Ach so noch was. Bierkasten und Baumniederholer-Beschlag sind normalerweise
angenietet. Nun ist auf beiden Beschlägen bei viel Wind sehr viel Belastung. Bei
mir ist beispielsweise der Bierkasten in einer kräftigen Bö einmal rausgerissen.
Du solltest Dir deshalb überlegen, ob Du nicht den Baumniederholer mit einer
Drahtschlaufe einmal um den Mast herumführst. Meinen Bierkasten habe ich mit
Kevlar-Tau auch "um den Mast" zusätzlich gesichert und habe seitdem keine
Probleme mehr.

Tschüß
Dirk
P.S. Falls Du zufällig aus Kiel kommst darfst Du es Dir gerne auch mal bei
meinem Dampfer ansehen


Antwort #5
Von: Gerd
Datum: 18.05.02

Hi Stephan,
besten Dank für die genauen Beschreibungen. Ich habe inzwischen den Mast wieder
so zurückgerüstet, wie er wohl ursprünglich ausgesehen hat. Die Fallen lassen
sich relativ leicht einziehen, wenn man den Mastfuß abmacht (Nieten aufbohren)
und mit einen Ziehdraht (evtl. vom Installateur) arbeitet. Der Fuß kann anschl.
wie angenietet oder mit Blechschrauben geschraubt werden. Jetzt habe ich nur
noch leichte Probleme mit dem Baumniederholen, da nicht vorhanden. Vielleicht
hat jemand ein Foto, wie das Ding aussieht und wo er befestigt ist.
Frohe Pfingsten an alle,
Gerd


Antwort #6
Von: Kristof
Datum: 20.05.02

Unter "Technik" findet man auch "Skizzen zum Beschlagslayout ", jedoch
unvollständig. Guck' es dir mal an.


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