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Eure Meinung zum Alpen-Challenge


Zur letzten Antwort

Von: Markus
Datum: 08.10.04

Als zeitweiliger Teilnehmer der Alpen-Challenge in Konstanz möchte ich dieses
Forum nutzen, meine Meinung über diese grandiose Veranstaltung zu äußern.
Nachdem diese erstmalige gemeinsame Meisterschaft von Schweizern, Österreichern
und Deutschen im Vorfeld groß und verheißungsvoll angekündigt worden ist, war
meine Enttäuschung und Frustration über das, was vor Ort geschehen ist, dann
doch sehr groß. Ich möchte hier zwar nicht zu einem destruktiven Rundumschlag
ausholen, mir ist sehr wohl bewußt, dass man heutzutage froh sein muss, einen
Veranstalter für derartige Großveranstaltungen zu finden. Dennoch möchte ich
einige kritische Anmerkungen loswerden.

Ich weiss nicht, wer bzw. welcher der 3 Verbände für was zuständig war. Ich kann
nur das beurteilen, was ich vor Ort erlebt habe. Mir schien der gastgebende
Verein, insbedsondere die WL in vielen Belangen mit der Aufgabe überfordert zu
sein, ein so großes Teilnehmerfeld in fairen Wettfahrten gegeneinander segeln zu
lassen. Die Einteilung in 4 starre Gruppen während der Quali-Phase sorgte für
mehr Verwirrung, als dass es etwas genützt hätte. Ein Verfahren wie z.B. bei der
Kieler Woche, wo jeden Tag die Gruppen je nach Ergebnisstand neu eingeteilt
werden, scheint mir das probatere Mittel zu sein. Die mangelnde Erfahrung mit
solchen Gruppen führte dann zu den unrühmlichen Pannen und Fehlern bei der
Berechnung der Ergebnisliste. Jedes Mal, wenn man einen Blick darauf warf, fand
man sich auf einer anderen Platzierung wieder, ohne dass man nachvollziehen
konnte, warum. Der Gipfel war aber zweifellos der letzte Qualifikationslauf am
Samstagmorgen. Eine derartige Wettfahrt, bei der nach mindestens 20 Minuten
absoluter Flaute das Feld nahezu komplett auf den Kopf gestellt wurde (getreu
dem Motto: die Letzten werden die ersten sein), wäre sogar bei jeder
Clubmeisterschaft auf irgendeinem Baggersee abgeschossen worden. Nicht aber auf
dieser Weltklasseveranstaltung in Konstanz. Für die schlechten Windbedingungen
kann niemand etwas, für zweifelhafte Leistungen der WL aber schon. Das Austragen
von Protestverhandlungen auf dem Wasser war dann auch für mich ein Novum in
meiner bisher 15-jährigen Regattakarriere. Und die Auswertung bei der Einteilung
in Gold- und Silbergruppe auf dem Wasser sowie das zeitraubende Verteilen der
Ribbons von nur einem Boot aus waren auch nicht gerade glücklich. Ich denke,
wenn man donnerstags um 14:00 Uhr mit der 1. Wettfahrt beginnt und 6 Qualirennen
plant, dann ist ein derartiger zeitlicher Ablauf mit den damit verbundenen
Problemen verhersehbar. Ebenfalls vorhersehbar war, dass 4 Duschen für über 160
Teilnehmer nicht ausreichen würden. Duschcontainer, wie letztes Jahr in
Flensburg, hätten diesen Engpass beseitigen können. Und auch die Tatsache, dass
man Rüdiger für die Klassenversammlung keine Räumlichkeiten zur Verfügung
stellen konnte, zeugt nicht gerade von gutem Organisationstalent des
Veranstalters.

Mir kam es so vor, als sei der gesamte Austragungsmodus im vorhinein wenig
durchdacht und eher aus einer Bierlaune heraus am Stammtisch entstanden. Ich
finde dies um so tragischer, als dass es von einigen Leuten viel
Überzeugungsarbeit abverlangt hat, diese Veranstaltung bei den nationalen
Segelverbänden durchzusetzen. Trotz allem halte ich den Alpen-Challenge für eine
gute Einrichtung und hoffe, dass in einer Neuauflage dieses Events bewiesen
werden kann, dass man das auch besser durchführen kann.

Markus
GER 4888


Antwort #1
Von: Jörg Waterkamp
Datum: 08.10.04

Lasst uns die Alpenchallenge nicht zu schlecht reden. Ich gebe Dir in vielen
Punkten Recht, aber es war eben ein Anfang. Der Konstanzer Yacht-Club hat sich
viel Mühe gegeben und eben einen entscheidenden Fehler gemacht, der bei den
großen Vereinen immer wieder zu beobachten ist. Das läuft dann nach dem Schema:
wir haben schon viele Regatten veranstaltet, wir wissen, was wir tun müssen.
Eine wirkliche Kommunikation im Vorfeld mit dem Verein fand nicht recht statt.
86 Boote hatten sie noch nie. Da muss man natürlich über Duschen nachdenken. Der
Versammlungssaal war auch seit einem Jahr festgelegt. Sicher ärgerlich.
Aber es gab ja auch das andere: Imbiss nach den Läufen, Lunchpakete auf dem
Wasser, gelungener Festabend, Unterbringung auf dem Gelände im heiligsten
Konstanzer Bereich usw.
Der letzte Vorlauf war sicher irregulär. Ich war fest vom Abbruch überzeugt.
Dass Wettfahrtleitung und Jury dann anders entschieden haben, hat mich auch
stark verblüfft. Hier hat die WL sicher einen Fehler gemacht und natürlich kam
dieser Fehler aus dem selbstgemachten Zeitdruck. Auch hier hätte ich mir mehr
Kommunikation im Vorfeld vorstellen können.
Ansonsten war die WL gar nicht so schlecht, der eine Lauf überschattet nun die
Leistung. Und dass der Ergebnisdienst zu wünschen übrig ließ, war nun kaum dem
KYC anzulasten. Die jeweiligen nationalen Verbände hatten nationale Ergenisse
vorgeschrieben. Also mussten regelmäßig vier Listen gerechnet werden. Mit
Protestverhandlungen bis gegen Mitternacht dann sicher ein ganz einfaches
Verfahren, wenn aus den Laufergebnissen immer die "Anderen" herausgerechnet
werden mussten.
Es war ein Versuch, in dieser Form wird es sicher keine gleiche Veranstaltung in
nächster Zeit wieder geben. Doch eins sollte auf jeden Fall weitergehen: die
Alpenchallenge. Wir wünschen uns doch große Felder und national kriegen wir das
zur Zeit eben nicht hin. Da ist Kooperation gefragt. Sicher war es keine
Bierlaune, die zu dieser Regatta geführt hat.
Alle haben gelernt, ich denke, auch die jeweilgen Klassenvereinigungen. Und
machen wir es alle eben beim nächsten Mal besser.


Antwort #2
Von: Gundram Leifert
Datum: 19.10.04

Ich kann die Meinung von Markus nur bestätigen. das nächste mal sollte man
zumindest eine Wettfahrtleitung, eine Jury und ein Schiedsgericht stellen, was
den Erwartungen einer Meiterschaft gerecht wird.
Ich weiß nicht, wer schon mal auf der - extra für die regatta angelegte - Seite
http://www.alpen-challenge.org/ war! eine wunderbare seite mit vielen News,
Bildern, Ergebnissen und Presseberichten! ^^
Immerhin habe ich nach langem Suchen Ergebnislisten gefunden die unter folgenden
links zu finden sind:
Deutsche Meisterschaft:
http://www.kyc-konstanz.de/Regatten/Ergebnisse/ac04_DM.HTM
Alpenchallenge:
http://www.kyc-konstanz.de/Regatten/Ergebnisse/ac04_gesamt.htm

gruß, gundram



Antwort #3
Von: Mary4759
Datum: 31.10.04

Man muss sicher sagen das bei der Alpen Challenge nicht alles so glatt gelaufen
ist, sicherlich ist es auch schwer ein Event dieser größenordnung auszurichten,
jedoch muss ich aus eigener Erkenntnis sagen das die planung recht kurzfristig
und kaotisch wirkte! Unsere Trainingsgruppe reiste einige tage zuvor an und wir
waren die ersten die das "Clubgelände" betraten. Man sicher nicht erwarten das
eine woche vorher alles fertig ist jedoch sollte man damit rechnen das nicht nur
ein 470er zum Vrotraining anreist. Wir stellten uns mit unseren Wohnmobilen auf
einen parkplatz. Denn zu diesem Zeitpunkt war es den Verantwortlichen egal wo
wir stehen. Leider konnten wir bis zum letzten tag vor Veranstalltungsbegin,
auch auf mehrfache anfrage, keinen Strom bekommen der für solche wohnmobile halt
notwendig ist.(dieser wurde am abend vor begin auf chaotische weise gelegt!!!!)
Im großen und ganzen wirkte die vorbereitung ser provisorisch!! Was ich jedoch
loben muss sind die "sanitären" diese waren ständig sauber gepflegt und neu!!
wenn es auch zu wenige duschen waren aber da kam man drüber weg!!

Sail away

bis denn denn

Mary


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